
Shinden-Fudō-Ryū
Kein Dōjō, keine Trainingsgeräte – im Shinden-Fudō-Ryū trainierte man an Bäumen und im Bambuswald. Die Schule des Unbewegten Herzens entstand Mitte des 12. Jahrhunderts.
- Kapitel
- 7, Das Erbe der Ninja
- Abschnitte
- 2
- Lesezeit
- 2 Min.
Die Schule des Unbewegten Herzens
Ein ganzes Jahr lang wurde Takamatsu nur herumgeworfen. Erst danach durfte er bei seinem Großvater Toda die erste kata 型 des Shinden-Fudō-Ryū (神伝不動流) daken taijutsu 打拳体術 lernen.
Ursprung
Der Überlieferung nach wurde der Shinden-Fudō-Ryū in der Mitte des 12. Jahrhunderts von Genpachiro Tameyoshi gegründet. Seine Spuren führen zurück zum koshi jutsu 骨指術, das Izumo Kanja Yoshiteru eingeführt hatte. Ob dieser Izumo dieselbe Person ist wie der Izumo des Kukishinden-Ryū (九鬼神伝流), ist unklar.
Training in der Natur
Grundlage der Lehre ist die Kenntnis der Natur. Das Training beginnt damit, den Körper mit Hilfe der Natur zu stärken: zuerst Beine und Hüften, danach die Fäuste.
Ein Dōjō baute man in diesem Ryū nicht, und Trainingsgeräte bastelte man sich auch nicht. Trainiert wurde draußen. An Bäumen übte man das Schlagen und Brechen, danach härtete man an ihnen die Stirn ab. In den Bambuswäldern trainierte man die Tritte, die nur der Shinden-Fudō-Ryū kennt. Und man übte, die Rinde von den Bäumen zu reißen – eine Bewegung, die dem Abreißen von Haut sehr ähnlich ist.
Schwert und Waffen
Die Schule ist auf jūjutsu 柔術 und iainuki 居合抜き „Schwertschnellziehen“
spezialisiert. Das katana 刀 des Shinden-Fudō-Ryū ist viel länger und schwerer als ein gewöhnliches, und entsprechend schwer ist es zu ziehen. Wer es beherrschte, zog später ein normales Schwert umso schneller.
Den Umgang mit dem yari 槍 sollen Izumo die tengu 天狗 gelehrt haben. Diese Techniken sind bis heute geheim geblieben. Der Ryū setzte verschiedene yari ein, außerdem die ono 斧 „Kriegsaxt“
, den ōtsuchi 大槌 „Kriegshammer“
und die naginata 薙刀. Auch das hōjō jutsu 捕縄術 „die Kunst des Fesselns“
gehörte dazu.
Mit den großen Kriegsäxten zerschlug man Samurai-Rüstungen, mit dem Kriegshammer Türen und Barrikaden. Die naginata diente vor allem Fußsoldaten im Kampf gegen Reiter.
Stellung und Fallen
Der Shinden-Fudō-Ryū kennt keine festen kamae 構え. Sein Erkennungszeichen ist die shizen no kamae 自然の構え.
Wer geworfen wurde, musste unbedingt auf den Füßen landen, denn im Shinden-Fudō-Ryū trug man immer das daishō 大小. Ein Sturz mit den Schwertern war gefährlich und konnte schon mit Holzschwertern tödlich enden.
Eine Redensart besagt: Wer mehr als die Grundtechniken lernen will, muss einen Überschlag auf nur einem Finger schaffen.
Sōke des Shinden-Fudō-Ryū
- Izumo Kanja Yoshiteru (Kumano)
- Minamoto Hachiman Tamenari
- Minamoto Hachirō Tameyoshi
- Mizuhara Kurō Yoshinari
- Mugaibō Shinnen
- Ōkuni Zenhachirō Yoshinobu
- Hata Saburō Sasukeyasu
- Kotani Yūhachirō Nobuchika
- Kaneko Jinsuke Yoshikiyo
- Tajima Genkurō Nariyoshi
- Kanmon Kokanja Yoshikane
- Kimura Hōzan
- Ibuki Yoshihara
- Otsuka Hakushi Nyudo Tadamori
- Ōtsuka Daikurō Tadahide
- Abe Muga
- Kōga Tarōbyōe Ozunu
- Katayama Hokinokami Mori Hisayasu
- Shindō Unsai
- Odagiri Tōbyōe Yoshihiro
- Iida Jūbei Tameyoshi
- Mori Genroku Masahide
- Toyota Jūbei Mitsuyoshi
- Toda Shinryūken Masamitsu
- Takamatsu Toshitsugu
- Hatsumi Masaaki