Ein Reiter in Rüstung und blauem Mantel folgt mit seinem Gefolge einem Bergpfad durch den Kiefernwald, neben dem Pferd geht ein dunkel gekleideter Mann und zeigt voraus auf die Berge.
Tokugawa wird durch die Berge geführt

Niedergang

Der Frieden beendete die Zeit der Ninja. Unter den Tokugawa wurden sie Geheimpolizisten, Diebe oder Gärtner – und 1853 sollte sich einer auf Perrys Schiffe schleichen.

Kapitel
1, Geschichte
Abschnitte
3
Lesezeit
2 Min.

Tokugawa einigt Japan

Die letzten überlebenden Ninja hatten sich noch tiefer in die Wälder und Berge zurückgezogen oder waren zu anderen Clans in allen Teilen Japans geflohen. Dann wurde Oda Nobunaga 1582 im Honnō-ji ermordet.

Sein Verbündeter Tokugawa Ieyasu musste von Sakai bei Ōsaka zu seiner Burg Okazaki bei Nagoya gelangen. Die Gegend um den Honnō-ji war zu gefährlich, also blieb nur ein Weg: durch die Berge von Iga und Kōga. Ninja unter Hattori Hanzō brachten ihn sicher hindurch.

Ein Reiter in Rüstung und blauem Mantel folgt mit seinem Gefolge einem Bergpfad durch den Kiefernwald, neben dem Pferd geht ein dunkel gekleideter Mann und zeigt voraus auf die Berge.
Tokugawa wird durch die Berge geführt

Gemeinsam mit Ninja aus Kōga halfen sie Tokugawa, der 1603 Shōgun wurde. Sein Clan kontrollierte Japan für die nächsten 250 Jahre. Manche Familien standen ihm bei, weil sie sich über Nobunagas Tod freuten, andere, weil sie in Tokugawa eine friedliche Zukunft sahen. Die Ninja halfen ihm noch, die letzten Daimyō zu vernichten, die sich der Herrschaft der Tokugawa widersetzten.

Ausgerechnet der Frieden läutete dann das Ende der Ninja ein, keine Schlacht.

Ninja als Gärtner und Staatspolizei

In einem Japan, in dem wieder Frieden und Ordnung herrschten, fragte niemand mehr nach Ninja. Viele genin 下忍 und chūnin 中忍 arbeiteten auf eigene Faust weiter. Die philosophische Führung der jōnin 上忍 fehlte ihnen dabei.

Ein Teil fand beim Staat ein Auskommen. Die Geheimpolizei des bakufu 幕府 nahm viele Ninja auf, und sie überwachten nun den kaiserlichen Hof und hielten die Daimyō unter Kontrolle. Ihre Vorgesetzten waren die ōmetsuke 大目付, Beamte des bakufu bei der Staatspolizei. Andere gingen zum Militär.

Viele wurden kriminell. Ehemalige Ninja ließen sich damals oft anheuern, doch wer das tat, bekam nur noch einen Dieb oder Mörder in Ninja-Kleidung.

Oft landeten sie als Gärtner oder Bedienstete im Haushalt eines Herrschers. Die einst tödlichen Einzelkämpfer verkamen zu miserabel bezahlten Sicherheitsleuten. Bald bestand ihre Arbeit nur noch darin, Türen zu öffnen – und jungen Mädchen beim Schneeballwerfen als Zielscheibe zu dienen.

Ein alter Mann mit Strohhut fegt mit einem Reisigbesen einen geharkten Kiesgarten, im Hintergrund sitzt ein Fürst in dunklem Gewand auf der Veranda seiner Residenz.
Ein ehemaliger Ninja als Gärtner

Die wenigen Familien, die in den Bergen außerhalb von Kyōto geblieben waren, hielten sich vor den Tokugawa verborgen.

Die letzten Einsätze der Ninja-Krieger

Nur zweimal noch brauchte man Ninja. Das erste Mal während der Shimabara-Rebellion (1637–1638), in der sich Christen gegen religiöse und wirtschaftliche Unterdrückung erhoben.

Der letzte Einsatz der Tokugawa-Ninja fiel ins Jahr 1853. Der Ninja Sawamura Yasusuke erhielt den Befehl, sich auf die Schiffe von Kommodore Perry zu schleichen. Dort sollte er nach Informationen suchen, die die wahren Absichten der fremden Barbaren enthüllten.

Bei Vollmond sitzen drei dunkel gekleidete Gestalten in einem Ruderboot neben einem großen, dunklen Dampfschiff, eine vierte klettert an einem Seil den Rumpf hinauf; oben an der Reling stehen Männer in Uniform, im Hintergrund liegen weitere Schiffe vor Anker.
Perrys Schwarze Schiffe

Im Archiv der Familie Sawamura in Iga Ueno liegen bis heute zwei Briefe. Sie enthalten ein niederländisches Lied über die Qualitäten französischer Frauen im Bett und britischer Frauen in der Küche.