Im Hof eines Anwesens unter einem blühenden Kirschbaum üben drei Kämpfer nebeneinander: Ein alter Mann wirft einen Gegner zu Boden, ein Mann in dunkler Kleidung hält ein Schwert mit beiden Händen, eine junge Frau greift mit einem langen Stab an.
Die drei Stützpfeiler

Ninpō Sanjūrokkei

Zweimal achtzehn ergibt die 36 militärischen Strategien – 18 grundlegende Kriegskünste und 18 spezielle Fertigkeiten, in denen die Ninja trainierten.

Kapitel
8, Regeln & Philosophie
Abschnitte
3
Lesezeit
2 Min.

Die 36 militärischen Strategien

Zweimal achtzehn Gebiete musste ein Ninja lernen. Zuerst brauchte er eine gute Grundlage in den 18 Kategorien der Kriegskünste, dem bugei jūhappan 武芸十八般, und versuchte, darin zum Spezialisten zu werden. Dazu kamen 18 Kategorien von Geheimtechniken, das ninja jūhakkei.

Die Zahl 36 gilt als besonders, weil sie sich in 3 und 6 zerlegen lässt. Addiert ergeben 3 und 6 die 9, multipliziert die 18. Zerlegt man 18 wieder in 1 und 8, ergibt die Summe erneut 9. In den Kampfkünsten, vor allem in den chinesischen, hat die 9 eine besondere Bedeutung. Man sagt ihr Vollendung nach, weil mit der 10 ein neuer, zweistelliger Zahlenbereich beginnt.

Die sanjūrokkei waren nicht starr. Oft wurden Fachgebiete gestrichen und andere hinzugefügt. Ein Ninja lernte ohnehin über die ninpō sanjūrokkei hinaus: Er versuchte immer, sich in möglichst vielen Gebieten zu perfektionieren.

Die drei Stützpfeiler

Drei der 36 Gebiete haben besonderes Gewicht: taijutsu 体術, der unbewaffnete Kampf, bikenjutsu, der Schwertkampf, und bōjutsu 棒術, der Stockkampf. Man nennt sie auch die „drei Stützpfeiler“ des ninpō 忍法.

Im Hof eines Anwesens unter einem blühenden Kirschbaum üben drei Kämpfer nebeneinander: Ein alter Mann wirft einen Gegner zu Boden, ein Mann in dunkler Kleidung hält ein Schwert mit beiden Händen, eine junge Frau greift mit einem langen Stab an.
Die drei Stützpfeiler

Ebenso wichtig ist seishin teki kyōyō 精神的教養, die geistige Entwicklung. Ohne den geistigen und philosophischen Aspekt verkommt eine Kampfkunst zu einer leeren Hülle ohne Wert.

Bugei Jūhappan

  1. Jūjutsu 柔術, kenpō 拳法: unbewaffnete Verteidigung
  2. Kenjutsu 剣術, gekkenjutsu: Schwert
  3. Iai jutsu 居合術, battōjutsu: Schwertziehen
  4. Kusari fundōjutsu: Ketten
  5. Kusarigamajutsu: Kette und Sichel
  6. Bōjutsu: Stab
  7. Sōjutsu: Speer
  8. Naginatajutsu: Schwertlanze
  9. Suiren 水練: Schwimmen
  10. Bajutsu 馬術: Reiten
  11. Kishajutsu: berittenes Bogenschießen
  12. Jōjutsu: Wanderstab
  13. Kyūjutsu 弓術: Bogenschießen
  14. Yoroi kumiuchi: Kampf in Rüstung
  15. Hōjō jutsu 捕縄術, hobakujutsu: Fesseln
  16. Juttejutsu: eiserner Stab
  17. Hojutsu: Illusionen
  18. Nage kenjutsu, shurikenjutsu: Wurfklingen
Ein Bogenschütze in Rüstung galoppiert auf einem schwarzen Pferd eine Bahn entlang und zielt mit gespanntem Bogen auf eine Holzscheibe; am Rand sitzen Zuschauer.
Kishajutsu, berittenes Bogenschießen

Ninja Jūhakkei

  1. Seishin teki kyōyō: geistige Entwicklung
  2. Taijutsu: unbewaffneter Kampf mit jū tai jutsu 柔体術, daken taijutsu 打拳体術, koppō jutsu 骨法術 und kosshijutsu
  3. Bikenjutsu: Schwert, mit tantōjutsu 短刀術, kodachijutsu, ōdachijutsu, ninja tōjutsu, ittōjutsu und nitōjutsu
  4. Sōjutsu: Speer
  5. Naginatajutsu: Schwertlanze
  6. Bisentōjutsu: Hellebarde
  7. Kusarigamajutsu, kyoketsu shōge 距跋渉毛: Sichel und Kette, Seil
  8. Roku shaku bōjutsu, bōjutsu: Stab
  9. San shaku bō jutsu, jōjutsu: Wanderstab
  10. Shurikenjutsu, senbannagejutsu: Wurfklingen
  11. Kishajutsu: berittenes Bogenschießen
  12. Inton jutsu 隠遁術: Verstecken, mit omote und ura goton und tenchijin santon
  13. Hokō jutsu 歩行術: Gehtechniken
  14. Hensō jutsu 変装術: Verkleiden, mit shichi hō de sanpo gata
  15. Kakushi bukijutsu: Geheimwaffen wie shukō 手鉤, sokko, neko te 猫手 und andere
  16. Ninyakujutsu: Medizin, Drogen
  17. Gunryaku heihō: Strategien
  18. Tenmon 天文, chimon 地文: Strategien von Himmel und Erde