
Takamatsu Toshitsugu
Mit 13 besiegte er einen Sumō-Profi, in China wich er zwei Stunden lang einem Shaolin-Meister aus. Takamatsu Toshitsugu war der Lehrer von Hatsumi Masaaki und der Namensgeber des Bujinkan.
- Kapitel
- 7, Das Erbe der Ninja
- Abschnitte
- 20
- Lesezeit
- 13 Min.
Geburt
Am 10. März 1889, im 22. Jahr der Meiji-Zeit, kam in Akashi in der Präfektur Hyōgo ein Junge zur Welt, der den Namen Hisatsugu erhielt. Später änderte er ihn in Toshitsugu. Als Kind rief man ihn Jutaro.
Es blieb nicht bei diesen Namen. Im Lauf seines Lebens hieß Takamatsu auch Nakamushi („Heulsuse“
), Kikaku („Dämonenhörner“
), Kotora („Kleiner Tiger“
) und Moko no Tora („Mongolischer Tiger“
). Nach seinem Tod kam Bujin („Göttlicher Krieger“
) hinzu. Ihm zu Ehren gab sein Schüler Hatsumi Masaaki den neun Traditionen den Namen Bujinkan.
Takamatsu litt sein Leben lang an zu niedrigem Blutdruck und trank deshalb jeden Tag ein Glas Salzwasser. Sein Tag folgte festen Regeln: um 21 Uhr ins Bett, um 6.30 Uhr aufstehen, danach mit einem nassen, eiskalten Handtuch abrubbeln. Morgens malte er gern. Seine drei Mahlzeiten bestanden aus Bohnenpaste, Sesam, Gemüse und Buchweizenmehl, dazu viele kleine Fische.
Aufwärmübungen vor dem Training soll Takamatsu nie gemacht haben, nicht einmal, wenn er mit echten Waffen kämpfte. Seine Begründung: „In einem echten Kampf habe man auch keine Zeit, sich warm zu machen.“
Als er zum ersten Mal Jūdō im Fernsehen sah, soll er sich empört haben, weil die Kämpfer bei einer Technik den Rücken durchbogen.
Kindheit
Noch vor seinem ersten Geburtstag wurde Takamatsu von seiner leiblichen Mutter Fushi getrennt. Bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr hatte er neun verschiedene Pflegemütter.
Sein Vater, Takamatsu Yasaburo, auch Takamatsu Gishin genannt, wechselte oft den Beruf. Er war Vertreter der Sanyo Railroad und besaß später eine Streichholzfabrik in Kōbe.
Takamatsu besuchte die Akashi no Miya English School und später eine chinesische Bildungsschule. Er war schwächlich und wehleidig, und so bekam er den Spitznamen „Heulsuse“
.
Hartes Training bei Toda
Sein Vater wollte einen starken Krieger aus ihm machen. Mit neun Jahren begann Takamatsu deshalb auf Wunsch des Vaters, Kampfkünste zu lernen, im Dōjō seines Großvaters mütterlicherseits Toda Shinryūken Masamitsu (manche Quellen nennen ihn seinen Onkel) in Kōbe. Toda betrieb dort zugleich eine Chiropraxis. Er war Samurai aus der Region Iga und hatte als Schwertlehrer an einer Militärschule der Tokugawa unterrichtet. Dass seine Vorfahren Ninja waren, kam erst nach Takamatsus Tod heraus.
Techniken brachte Toda ihm zunächst keine bei. Stattdessen stießen er und seine Schüler den Jungen im Dōjō herum und probierten Würfe an ihm aus. Jeden Tag kam Takamatsu mit blutenden Ellenbogen und Knien nach Hause. Er fühlte sich, so erinnerte er sich später, „wie ein Lamm auf dem Weg zum Schlachthaus“
. Er schwor sich, nie wieder hinzugehen, und stand doch jeden Abend wieder im Dōjō. Bald wurde er stärker und nahm zu.
Nach einem Jahr zeigte Toda ihm die ersten Techniken des Shinden-Fudō-Ryū (神伝不動流). Toda erkannte, wie begabt Takamatsu für das budō 武道 war. Mit dreizehn Jahren beherrschte er den Shinden-Fudō-Ryū.
Neben der Schule ging er jeden zweiten Tag in das Dōjō von Mizuta Yoshitaro Tadafusa und lernte dort das jū tai jutsu 柔体術 des Takagi-Yōshin-Ryū (高木楊心流). Zugleich unterrichtete ihn Toda im ninpō 忍法 des Togakure-Ryū (戸隠流), im koppō jutsu 骨法術 des Kotō-Ryū (虎倒流), im koshi jutsu 骨指術 des Gyokko-Ryū (玉虎流) und im ninpō des Gyokushin-Ryū (玉心流) und des Kumogakure-Ryū (雲隠流).
Den Kotō-Ryū mochte Takamatsu, den Togakure-Ryū weniger. Der Kotō-Ryū härtete Hände und Füße ab, vor allem Finger und Zehen. Jahrelang schlug Takamatsu seine Hände gegen Felsen und andere harte Gegenstände. Am Ende waren seine Finger- und Fußnägel 4 bis 5 Millimeter dick. Mit einer normalen Nagelschere ließen sie sich nicht mehr schneiden, dafür konnte er mit ihnen die Rinde von einem Baum reißen. Später sagte er selbst, solche Waffen seien heute nicht mehr nötig.
An einem Sonntagabend kam Takamatsu durch den Park an der Küste und sah zwei Kinder, die sich prügelten, eines etwa 8, das andere 12 oder 13 Jahre alt. Da tauchten vier Männer auf und halfen dem älteren. Als einer von ihnen das Kind schlug, ging Takamatsu dazwischen und vertrieb alle vier. Erst später erfuhr er, dass es professionelle Sumō-Kämpfer waren. Einer von ihnen war noch nie besiegt worden.
Takamatsu als Lokalheld
Sechzig gegen zwei: Der Überlieferung nach geriet Takamatsu mit dreizehn Jahren mit einem Freund an etwa 60 furyō 不良 „straffällige junge Leute“
, die eine Straßenschlägerei anzettelten, zum Teil mit Schwertern bewaffnet. Sie wollten die beiden zwingen, sich vor ihrem Anführer zu verbeugen. Takamatsu kniete nieder, griff nach einem Stein und schlug ihn dem Anführer auf den Fuß. Der Mann ging schreiend zu Boden, und die anderen stürzten sich auf Takamatsu. Nachdem er 5 bis 8 von ihnen unschädlich gemacht hatte, ergriff der Rest die Flucht.
Am nächsten Tag holte ein Polizist ihn zu Hause ab und nahm ihn mit auf die Wache. Er wollte wissen, wie viele noch beteiligt gewesen waren. Dass Takamatsu die Angreifer allein besiegt hatte, glaubte er nicht. Erst der Freund bestätigte es und gab an, selbst nicht gekämpft zu haben.
Am folgenden Tag titelte die Zeitung: „13 Jahre alter Jūdō-Experte schlägt mit Leichtigkeit 60 Gangster in die Flucht“
.
Der Sumō-Kampf
Der Überlieferung nach sah Takamatsu in dieser Zeit bei einem Sumō-Turnier zu. Ein großer Kämpfer namens Oni no Yama („Dämonenberg“
), der schon viele Gegner besiegt hatte, trat gegen Raiden („Blitz“
) an, warf ihn einfach zu Boden und aus dem Ring. Da sprang Takamatsu auf und stieg in seiner Alltagskleidung in den Ring. Nach seinem Namen gefragt, nannte er sich Akebono. Er besiegte Oni no Yama und danach acht weitere Männer.
Dann kletterte ein Mann in den Ring, der sich Osakayama nannte. Er war riesig und wog 112 Kilogramm, Takamatsu nur 59. Sie kämpften hart, doch so sehr Takamatsu sich auch mühte, er bekam den schweren Mann nicht von der Stelle. Osakayama packte sein Handgelenk und drückte heftig zu. Schließlich brachte Takamatsu ihn aus dem Gleichgewicht, und Osakayama trat aus dem Ring. Die Menge jubelte und warf ihre Sitzkissen in die Luft.
Am nächsten Tag stand Osakayama bei Takamatsus Vater vor der Tür. Er sei professioneller Sumō-Ringer aus Ōsaka und wolle den Sohn zum Sumō-Ringer ausbilden. Der Vater lehnte ab, sein Sohn sollte Soldat werden. Erst durch diesen Besuch erfuhr er, dass sein dreizehnjähriger Sohn einen Sumō-Profi besiegt hatte.
Kampf gegen Karate-Schüler
Mit fünfzehn Jahren bat ihn sein Meister, gegen zwei Karateka des Musashi-Ryū anzutreten, 27 und 28 Jahre alt. Der erste unterschätzte Takamatsu und verlor durch einen gyaku nage 逆投げ.
Der zweite war gewarnt. Als Takamatsu ihn werfen wollte, schlug er ihm noch im Fallen gegen das rechte Ohr und den rechten Arm, und Takamatsu verlor das Bewusstsein. Als der Mann erfuhr, dass sein Gegner erst 15 war, zeigte er sich tief beeindruckt. Ein zweites Mal, sagte er, könne er nicht gegen ihn gewinnen, denn nun kenne Takamatsu die geheime Technik des Musashi-Ryū, musha dori.
Von diesem Kampf blieb Takamatsu ein lebenslanger Gehörschaden am rechten Ohr. Deshalb nahm ihn die Militärschule später nicht auf.
Mit siebzehn Jahren erhielt er von Mizuta Yoshitaro Tadafusa das menkyo kaiden 免許皆伝 des Takagi-Yōshin-Ryū. Damals war es nicht unüblich, einem Schüler diese Urkunde früh zu geben, damit er sich noch mehr anstrengte.
Training bei Ishitani
Im selben Jahr lernte Takamatsu Ishitani Takakage Matsutaro kennen, der als Leibwächter in der Streichholzfabrik seines Vaters arbeitete. Ishitani war in ganz Japan als Kämpfer berühmt. In der Fabrik richtete er ein kleines Dōjō ein und lehrte Takamatsu das happō hikenjutsu 八法秘剣術 des Kukishinden-Ryū (九鬼神伝流), das koppō jutsu des Gikan-Ryū (義鑑流) und einige andere Seiten des Ninjutsu.
Mit achtzehn Jahren holte Takamatsu jeden Morgen 330 Gallonen frisches Wasser für die Fabrik seines Vaters, wobei eine Gallone 4,546 Litern entspricht. Die Quelle lag am Fuß des Berges Maruyama, 7 bis 8 Blocks von der Fabrik entfernt. Fünfmal musste er gehen und jedes Mal rund 300 Kilogramm Wasser tragen. Das stärkte seinen Körper sehr.
Der nächtliche Angreifer an der Brücke
Eines Tages erzählte ein Arbeiter aus der Fabrik, jemand habe ihn in der Nacht zuvor an der Brücke Shin bashi aufgehalten. Wann immer er ausweichen wollte, habe ihm der Mann wieder den Weg verstellt. Am Ende habe er ihn gepackt und ins Wasser geworfen.
In der folgenden Nacht ging Takamatsu mehrmals über die Brücke, ohne dass etwas geschah. Vielleicht kannte der Angreifer ihn? In der nächsten Nacht kam er verkleidet, und wie erwartet stellte sich ihm jemand in den Weg, das Gesicht unter einem Hut verborgen. Der Fremde versuchte, Takamatsu zu werfen, und scheiterte. Er schlug und trat, doch Takamatsu wich allem aus. Als der Mann nicht mehr weiterwusste, warf Takamatsu ihn zu Boden, und der Angreifer rannte davon. Auf der Flucht verlor er seinen Hut: Es war ein Schüler von Meister Mizuta. Takamatsu rief ihm nach, er solle sich schämen, seiner Schule solche Schande zu machen.
Nach der Überlieferung des Bujinkan erhielt Takamatsu von seinem Großvater Toda das menkyo kaiden des Shinden-Fudō-Ryū, Togakure-Ryū, Kumogakure-Ryū, Gyokushin-Ryū, Kotō-Ryū und Gyokko-Ryū. Kurz darauf, 1909, starb Toda Shinryūken Masamitsu, und Takamatsu wurde der nächste sōke 宗家. Vor seinem Tod soll Toda ihm gesagt haben: „Selbst wenn du dem sicheren Tod gegenüberstehst, stirb lachend.“
1910 starb auch Ishitani Takakage Matsutaro. Takamatsu wurde sōke des Gikan-Ryū und des Kukishin-Ryū.
Reise nach China
Bald darauf kündigte Takamatsu in der Streichholzfabrik und reiste nach China. Er wollte seine Fähigkeiten erproben, er war mit seinem Leben unzufrieden, und er wollte Geld verdienen. China war damals ein unruhiges Land, in dem viele Kriegsherren um die Macht kämpften.
Auf dem Weg dorthin traf er in Korea Kim Kei-mei, der ihm achtzehn koreanische und chinesische Kampfkünste beibrachte.
Krankheit und Rückkehr
Dann wurde Takamatsu krank und kehrte nach Japan zurück. Er wollte das Grab seiner Freundin Kogane besuchen und seine Großmutter sehen. Sie freute sich und bot ihm an, seine Krankheit bei ihr auszukurieren. Er hatte Beriberi, eine Mangelkrankheit durch fehlendes Vitamin B1, die auftritt, wenn man sich vorwiegend von geschältem Reis ernährt.
Nach einem Monat kam ein Bote: Takamatsus Vater werde die monatlichen Zahlungen an die Großmutter einstellen, wenn sie seinem Sohn weiter Unterschlupf gewähre. Takamatsu war schwer krank, die Krankheit hatte seine Lungen stark geschädigt. Trotzdem wollte er nicht, dass seiner Großmutter Schaden entstand. Zwei Tage später verließ er das Haus, nur mit den Kleidern am Leib.
Die Hütte in den Bergen
Mit schweren, geschwollenen Beinen schleppte er sich zum Berg Maya. Ohne sein Ninjutsu-Training hätte er nicht mehr laufen können. Auf Händen und Knien kroch er den Berg hinauf, bis er zu einem Wasserfall kam. Dort stand eine kleine, sehr luftige Hütte, etwa 4 Meter breit und lang.
Am Fuß des Berges hatte er 2 Liter Reis gekauft, aber die Streichhölzer vergessen. Feuer machen konnte er also nicht. Da erinnerte er sich an die Worte seines Meisters, ein Ninja solle natürliche Nahrung zu sich nehmen. Er wusch den Reis und legte ihn auf einen Stein. In der Sonne wurde er mehlig, wenn Takamatsu ihn zwischen den Händen zerrieb. Takamatsu hatte nur ein Foto von Meister Toda bei sich, und mit diesem Foto redete er. Er dachte daran, dass seine Meister Toda, Ishitani und Mizuta alle schon gestorben waren, und der rohe Reis schmeckte ihm wie das Beste auf der Welt.
Es ging ihm schon etwas besser, und er ruhte einige Tage aus. Gesellschaft leisteten ihm nur die Vögel und der Wind. Eines Abends rief jemand: „Geh nach Hause!“
Takamatsu sah niemanden und schlief wieder ein.
Heilung durch einen Yamabushi
Nach einigen Tagen kam ein alter Mann zum Wasserfall und fragte, warum er hier Askese übe. Um seine Krankheit auszukurieren, antwortete Takamatsu. Das sei nicht so schwer, meinte der Alte: Er habe Beriberi und Bandwürmer im Bauch, und er könne ihn heilen. Zuerst seien die Bandwürmer dran. Der Mann faltete die Hände und murmelte einige Laute. Takamatsu fragte sich verwundert, wie das helfen sollte. Dann stach ihm der Alte in den Bauch und sagte, er komme in einigen Tagen wieder.
Ein paar Tage später spürte Takamatsu einen heftigen Schmerz im Bauch. Er erleichterte sich und fand zwei Bandwürmer in seinem Kot. Nach zehn Tagen kehrte der alte Mann zurück, diesmal, um das Beriberi zu heilen. Nach der Behandlung verschwand er wieder, ohne ein Geräusch zu machen.
Sieben Tage später konnte Takamatsu aufstehen. Er trainierte wieder taijutsu 体術 und kam zu Kräften. Seinen Namen Jutaro änderte er in Kikaku, um sich daran zu erinnern, dass er alles schaffen konnte, was er sich vornahm.
Noch einmal kam der yamabushi 山伏 vorbei, um sich zu erkundigen, wie es Takamatsu ging.
Zweite Reise nach China
Danach ging Takamatsu zurück nach China. Zehn Jahre blieb er in Nordchina und der Mandschurei.
In den Bergen Chinas überfielen ihn einmal Banditen. Einer packte ihn an der Taille, schrie plötzlich auf und hielt sich das Gesicht. Takamatsu wusste nicht, was er dem Mann getan hatte. Dann spürte er etwas Weiches, Warmes in seiner Hand: das Auge des Banditen. Er leistete ihm Erste Hilfe und nahm dafür Geld entgegen.
Kampfkunstlehrer in China
Mit 26 Jahren hatte Takamatsu an den verschiedensten Orten Chinas 19 Kämpfe gewonnen, nur 7 davon waren Wettkämpfe. Fürst Ren, der Onkel des chinesischen Kaisers, sah in ihm einen eigenen Sohn. Als Lehrer war Takamatsu berühmt: Mehr als achthundert chinesische, japanische, amerikanische und französische Schüler hatte er schon unterrichtet, jeden Tag trainierten 70 bis 80 bei ihm. Selbst in der Sommerhitze zeigte sich an ihm kein Tropfen Schweiß. Zweimal forderte ihn Choshiryu, ein Meister des Shaolin-Kung-Fu aus der Provinz Santo, zum Wettkampf heraus. Beide Male lehnte Takamatsu ab.
Takamatsus Traum
Eines Nachts träumte er von einem riesigen roten Dämon, der mit einer Eisenstange nach einem Schmetterling schlug. Der Schmetterling flog jedes Mal davon, bis der Dämon schweißgebadet zusammenbrach und „Genug!“
rief.
Am nächsten Morgen entwickelte Takamatsu eine neue Technik. Als Choshiryu ihn erneut herausforderte, nahm er an. Der Herausforderer war 37 Jahre alt und wog 112 Kilogramm, Takamatsu 74. Der Kampf fand in einer englischen Siedlung statt. Zwei Stunden lang wich Takamatsu den Schlägen und Tritten aus. Choshiryu wurde immer langsamer, der Schweiß tropfte ihm von der Stirn, und Takamatsu sah seinen Moment zum Angriff gekommen.
Doch Fürst Ren brach den Kampf ab, denn jeder sah, dass Choshiryu keine Chance mehr hatte. Danach beglückwünschten sich die beiden Kämpfer und tranken auf ihre neue Freundschaft.
Zurück in Japan wurde Takamatsu Oberhaupt der Nippon Minkoku Seinen Butoku Kai, einer japanischen Kampfkunstorganisation.
Mönch des Tendai
Takamatsu ging auf den Berg Hiei bei Kyōto, um im Kloster des Tendai Mönch zu werden. Vielleicht wollte er so die Sünden seiner Jugend tilgen. Er wurde ein angesehener Mönch und Repräsentant des Klosters und befasste sich intensiv mit dem Shintō und dem mikkyō 密教.
In seiner Abwesenheit hatte die Familie Kuki das menkyo kaiden des Kukishin-Ryū an Iwami Nangaku übertragen, weil sie glaubte, Takamatsu werde nicht mehr nach Japan zurückkehren.
Im Zweiten Weltkrieg verbrannten die Schriftrollen der Familie Kuki bei einem Bombenangriff der Alliierten. Takamatsu rekonstruierte sie aus seinen Notizen und seinem Gedächtnis und überreichte sie der Familie drei Jahre später. Zum Dank erhielt er die Erlaubnis, eine Unterschule zu gründen, den Kukishinden-Ryū.
Heirat und Gründung eines Dōjō
Takamatsu heiratete die 23-jährige Uno Tane. Eigene Kinder bekamen sie nicht, also adoptierten sie ein Mädchen, Yoshiko.
Er gründete ein kleines Dōjō, das Sukisha Dōjō („Platz für Leute, die Kriegskünste lieben“
), und trainierte dort mit einer kleinen Gruppe von Schülern, darunter Koba Koshiro, Sato Kimbei, Hanaoka Nangaku, Ueno Takashi, Takeuchi Kikakusai, Kimura Masaharu, Fukumoto und Akimoto Fumio.
In Kashihara in der Region Nara führte er ein kleines Teehaus und ein Hotel.
Hatsumi
1958 nahm Takamatsu einen neuen Schüler an: Hatsumi Yoshiaki (später Hatsumi Masaaki), 26 Jahre alt. In den folgenden fünfzehn Jahren unterrichtete er nur noch ihn. Jedes Wochenende reiste Hatsumi quer durch Japan zu seinem Lehrer, und Takamatsu zeigte ihm Dinge, die er noch keinem Schüler beigebracht hatte. Ein paar Jahre vor seinem Tod sagte er zu Hatsumi: „Ich habe dir alles beigebracht, was ich weiß, und damit Toda Sensei, Ishitani Sensei und Mizuta Sensei ihre Güte zurückgezahlt.“
Sein Erbe legte er in Hatsumis Hände, weil er ihn für den Geeignetsten hielt.
Die Herausforderung
In den späten 1960er-Jahren schrieb Takamatsu in einem Artikel: „Wenn man kämpft, muss man sich darauf vorbereiten, von einem Angreifer getötet zu werden oder ihn zu töten.“
Ein japanischer Karate-Lehrer hielt in einem Fernsehinterview dagegen: Das sei nicht mehr zeitgemäß, Takamatsu sei ein „alter Mann, dessen Zeit abgelaufen sei“
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Takamatsu verstand das als Herausforderung. Ebenfalls im Fernsehen erklärte er, er sei noch weit vom Ende entfernt, und nahm die Herausforderung an. Drei Tage gab er dem Mann, sich öffentlich zu entschuldigen. Sonst werde er gegen ihn kämpfen und ihn töten. Der Karate-Lehrer entschuldigte sich öffentlich.
Bis zu seinem achtzigsten Lebensjahr trainierte Takamatsu selbst, danach sah er nur noch Hatsumi beim Training zu.
Tod
Am 2. April 1972 starb Takamatsu in seinem Haus in Nara, östlich von Ōsaka. Er wurde auf dem Friedhof Kumedra bei Nara begraben.
Im Andenken an seinen Lehrer nannte Hatsumi sein Dōjō Bujinkan Dōjō, „Die Halle des göttlichen Kriegers“
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Erst nach seinem Tod erfuhren die Nachbarn von seinem bewegten Leben und waren sehr beeindruckt. Nur wenige hatten gewusst, dass er ein Ninja war.