Ein Mann in dunkler Kleidung sitzt bei Laternenlicht an einem niedrigen Tisch und schreibt mit dem Pinsel einen Brief ab; daneben liegt ein geöffneter Brief mit gebrochenem Siegel.
Ein abgefangener Brief wird gefälscht

Chikairi

Gefälschte Briefe, ein Scheinangriff, ein Bettler am Burgtor – mit den Chikairi-Taktiken sabotierten Ninja den Feind und drangen in seine Burgen ein, sobald der Konflikt begann.

Kapitel
6, Strategie & Taktik
Abschnitte
7
Lesezeit
2 Min.

Die Taktiken des chikairi 近入 „nahes Eindringen“ wendete der Ninja zu Beginn oder während einer Konfrontation an. Es sind vor allem Sabotage- und Infiltrationstechniken.

Fukuro gaeshi zen jutsu

Gelang es dem Ninja, eine Nachricht zwischen dem feindlichen Fürsten und seinen Verbündeten oder Verwandten abzufangen, fälschte er sie und schickte sie weiter. Mit etwas Glück fing er so den Briefverkehr in beide Richtungen ab und kontrollierte ihn vollständig. Auf diese Weise säte er Misstrauen und Feindschaft zwischen Verbündeten.

Ein Mann in dunkler Kleidung sitzt bei Laternenlicht an einem niedrigen Tisch und schreibt mit dem Pinsel einen Brief ab; daneben liegt ein geöffneter Brief mit gebrochenem Siegel.
Ein abgefangener Brief wird gefälscht

Geinyū jutsu

Bei dieser Taktik drang der Ninja ins feindliche Gebiet ein und verbreitete dort Verwirrung, Angst und Schrecken. Er sah die Truppenbewegungen des Feindes voraus und konterte sie sofort. Oder er streute falsche Gerüchte, stachelte Unzufriedene zu Aufständen und Unruhen an, legte Feuer an strategisch wichtigen Stellen und säte Misstrauen unter den Soldaten. Er stahl Pferde, Waffen und Lebensmittel oder machte sie unbrauchbar. Wollte der Feind in ein Dorf einrücken, lief der Ninja voraus und versetzte die Einwohner in Panik.

Katagatae jutsu

Verließ der Feind sein Lager, nutzte der Ninja die Gelegenheit und schlich hinein. Er sabotierte wichtige Einrichtungen, versetzte die zurückgebliebenen Wachen in Panik und öffnete seinen Truppen die Tore.

Ryōhan jutsu

Der Ninja konnte auch Schlüsselfiguren entführen, um seine Bedingungen durchzusetzen. Deren Gefolgsleute erpresste er: Entweder sie dienten ihm, oder das Entführungsopfer würde hingerichtet.

Ryakuhon jutsu

Hier schlich sich der Ninja ins feindliche Lager und gab sich dort als Verbündeter aus. Das setzte voraus, dass man ihn dort bereits kannte und dass er sich in der Gegend bestens auskannte.

Suigetsu jutsu

Bei dieser Taktik („Mond im Wasser“) inszenierte der Ninja ein Ablenkungsmanöver. Ein Trupp Ninja oder ein Teil der regulären Armee griff zum Schein eine Stelle der Festung an. Während alle Verteidiger zur bedrohten Stelle eilten, kletterte der Ninja an einer unbewachten Stelle über die Mauer.

Nachts stürmen Soldaten mit Fackeln und Bannern an einem Burggraben entlang auf einen Abschnitt der Burg zu, während weiter vorn eine einzelne dunkle Gestalt die steile Steinmauer hinaufklettert.
Der Mond im Wasser

Yoja jutsu

Bei dieser Taktik nahm der Ninja das Aussehen eines wehrlosen, unverdächtigen Menschen an. Er verkleidete sich als Bettler, Lahmer, Blinder, Tauber oder Taubstummer und versuchte, in der Burg Unterschlupf zu finden. Er konnte auch mit Gauklern oder Händlern in die Burg gelangen.

Ein gebeugter Bettler mit Strohhut und Stock schlurft vor einer Gruppe trommelnder Gaukler mit einem Affen auf ein Burgtor zu, während die beiden gepanzerten Wachen am Tor lachen.
Als Bettler verkleidet am Burgtor