
Tōiri
Ein Bote, der abgefangen werden soll, ein Überläufer, der jahrelang auf ein Signal wartet – die Tōiri-Taktiken bereiteten den Krieg schon im Frieden vor.
- Kapitel
- 6, Strategie & Taktik
- Abschnitte
- 11
- Lesezeit
- 2 Min.
Die Taktiken des tōiri 遠入 „fernes Eindringen“
wendete der Ninja in Friedenszeiten an. Es sind vor allem Spionage und vorbeugende Maßnahmen.
Chikyū jutsu
Ein entspannter Bogen, der auf seinen Moment wartet: Diese Taktik wendete ein Ninja an, wenn er gefangen genommen worden war. Bot ihm der feindliche Herr an, für ihn zu arbeiten, nahm er das Angebot an. Bei der erstbesten Gelegenheit floh er jedoch.
Fukuro gaeshi jutsu
Nach einem scheinbaren Streit trennte sich der Ninja von seinem alten Herrn und wechselte die Seiten. Eine Zeit lang diente er dem neuen Herrn. Ging der Krieg aber in eine entscheidende Phase, führte der Ninja seinen Auftrag aus und kehrte zu seinem alten Herrn zurück.
Hotarubi jutsu
„Das Leuchten eines Glühwürmchens“
hieß in dieser Taktik: Man schickte einen Boten durch feindliches Gebiet und ließ ihn mit einer gefälschten Nachricht vom Feind abfangen.
Jōei jutsu
Bei dieser Taktik schickt man einen Ninja kurz vor Ausbruch der Feindseligkeiten ins feindliche Gebiet. Weil dort überall der Krieg vorbereitet wird, fällt es ihm viel leichter unterzutauchen. Er kann sich als Arbeiter oder Soldat anwerben lassen.
Katsura otoko jutsu
Diese Taktik geht auf ein altes chinesisches Märchen vom Mann im Mond zurück. Katsura otoko hieß ein Ninja im Feindesland. Er war von seinen Kameraden abgeschnitten und auf die Hilfe von Einheimischen angewiesen, den chitsu mishi. Sie stellten ihm ihr Haus als Operationsbasis zur Verfügung, halfen ihm mit kleinen Spionagediensten und versorgten ihn unauffällig.
Manchmal unterstützte ein Ninja eine Familie schon in Friedenszeiten, auch mit Geld. Im Krieg schuldete sie ihm dann einen Gefallen.
Kunoichi jutsu
Frauen, die als Agentinnen eingesetzt wurden, nannte man kunoichi くノ一. Sie beherrschten den Kampf wie ihre männlichen Kameraden. Der Schwerpunkt ihrer Ausbildung lag jedoch auf höfischem Benehmen, gepflegter Sprache und psychologischer Beeinflussung. Mit ihnen kam man näher an männliche Schlüsselfiguren heran, um sie im richtigen Moment mit Gift ins Jenseits zu befördern.
Minomushi jutsu
Der Name dieser Taktik, minomushi jutsu 身虫術, bedeutet „Wurm im Körper“
. Das Bansenshūkai beschreibt, wie man Bedienstete des Feindes zum Verrat an ihrem Herrn anstiftete. Eine hochgestellte Person war dabei weit wertvoller als eine niedrige. Vielleicht gelang es dem Ninja sogar, einen Verbündeten zu überzeugen, mitten in der Schlacht mit seinen Truppen die Seiten zu wechseln.
Satobito jutsu
Hier suchte sich der Ninja einen unzufriedenen Untertanen des feindlichen Herrschers, einen Geldgierigen oder Ehrgeizigen, und nahm ihn in seine Dienste. Solche Leute dienten ihm als Informanten, hielten Fluchtwege frei oder versorgten ihn mit Material und Ausrüstung.
Taniri jutsu
Diese Taktik entsprach yamabiko jutsu, nur wechselte ein ganzes Team von Ninja die Seiten.
Tensui jutsu
Bei dieser Taktik („gegen den Himmel spucken“
) versorgte man einen feindlichen Ninja, den man entdeckt hatte, weiter mit Informationen. Doch es waren nur noch harmlose Informationen oder Falschmeldungen.
Später konnte man den Ninja mit einer offensichtlich falschen Information bei seinem Herrn in Ungnade fallen lassen und ihn vielleicht sogar anwerben.
Yamabiko jutsu
Bei dieser Taktik („das Echo auf den Ruf“
) wechselte ein Ninja die Seiten und diente seinem neuen Herrn jahrelang, ohne je Zweifel an seiner Loyalität aufkommen zu lassen. Auf ein vorher vereinbartes Zeichen hin, etwa ein Lichtsignal oder eine Feuerwerksrakete, wechselte er wieder zurück. Vorher richtete er noch gewaltigen Schaden an oder führte eine andere Mission aus.