Ein hagerer Übender in einer schlichten ärmellosen Trainingsjacke schlägt mit der offenen Hand gegen den Stamm einer alten Kiefer.
Abhärtung der Hände am Baum

Abhärtung

Schläge gegen Bäume, Finger in Eimern voller Sand und Kies – so härteten die Ninja ihre Körperwaffen ab, bis sie Schmerzen kaum noch spürten.

Kapitel
3, Körperliches Training
Abschnitte
4
Lesezeit
1 Min.

Den Körper gegen Angriffe stärken

Eine ungeübte Körperwaffe schwillt schnell schmerzhaft an oder bekommt Blutergüsse. Deshalb ist Abhärtung unverzichtbar. Das daken taijutsu 打拳体術 des Ninjutsu umfasst zwei Methoden, die der Überlieferung nach in China entstanden sind: koppō jutsu 骨法術 mit Techniken, die die härteren Knochen des Gegners brechen, und koshi jutsu 骨指術 mit Stichen gegen Muskeln und Organe. Damit die Körperwaffen diesen Schlägen standhalten, gibt es zahlreiche Wege, sie abzuhärten.

Finger und Hände

Für Finger und Hände nimmt sich der Ninja die Katze zum Vorbild. Er schlägt Hände oder Finger gegen einen Baum und stärkt sie so allmählich. Ebenso eignet sich ein Kissen, gefüllt mit Bleischrot oder Steinen. Auf dieses Kissen wird geschlagen, oder der Ninja greift kraftvoll hinein.

Ein hagerer Übender in einer schlichten ärmellosen Trainingsjacke schlägt mit der offenen Hand gegen den Stamm einer alten Kiefer.
Abhärtung der Hände am Baum

Die Speerhand härtet am besten ab, wer sie in einen Eimer mit Sand, Bleischrot oder Kieselsteinen stößt. Am Anfang steht weicher Sand. Mit wachsender Übung folgen härterer Sand, kleine Steine und schließlich größere Steine.

Ein junger Übender kniet auf einer hölzernen Veranda und stößt die gestreckten Finger in einen Holzeimer voller Sand.
Abhärtung der Speerhand im Sand

Arme und Schienbeine

Arme und Schienbeine stärkt der Ninja am besten, indem er sie gegen einen Baum schlägt. Mit der Zeit machen ihm Schläge des Gegners auf diese „empfindlichen“ Stellen nichts mehr aus. Bauch, Solarplexus, Hals und andere empfindliche Zonen dagegen schützt besser gezieltes Muskeltraining.

Abhärtung ist unangenehm

Abhärtung darf unangenehm sein, aber nicht schmerzhaft. Zwischen den Trainingseinheiten braucht der Körper genügend Erholung. Erfolg bringt nur eine langsame Steigerung.

Auch die übrigen Körperwaffen werden an Bäumen oder Kissen gestärkt. Mit genügend Ausdauer werden sie zu wirksamen Werkzeugen. Großmeister Takamatsu soll mit den Fingern ganze Stücke Rinde aus einem Baum gerissen haben. Belegt sind dagegen seine Finger- und Zehennägel: Fotos zeigen, dass sie nach jahrelangem Training scharf und hart wie Dolche waren.

Ein älterer, kahlköpfiger Meister in heller Kimonojacke und dunklem Hakama packt einen alten Baum und reißt mit bloßen Fingern einen langen Streifen Rinde ab.
Der Meister reißt Rinde vom Baum