Ein Bergasket in weißem Gewand mit Gebetskette und langem Stab unterweist auf einer Bergwiese über den Wolken einen jungen Samurai, der einen Speer auf ihn richtet.
Unryū, der Bergpriester

Takagi-Yōshin-Ryū

Eine Weide biegt sich, ein hoher Baum bricht. Mit dieser Lehre seines Vaters baute Takagi Oriemon Shigenobu eine Schule auf, deren Philosophie die Nachgiebigkeit ist.

Kapitel
7, Das Erbe der Ninja
Abschnitte
2
Lesezeit
2 Min.

Die Schule von hohem Baum und Weidengeist

Unryū, der Bergpriester

1569, in der Eiroku-Zeit (1558–1570), lebte in der Gegend von Funagata Yama in Miyagi ein Bergpriester aus der Familie Abe. Man nannte ihn Unryū („Wolkendrache“); das Bugei Ryūha Daijiten überliefert seinen Namen als Sounryu. Unryū beherrschte shuriken 手裏剣, bōjutsu 棒術, yari 槍, naginata 薙刀 und das taijutsu 体術 der Amatsu Tatara Rinpo Hiden Makimono.

Diese Schriftrollen der Amatsu Tatara bewahrten die Familien Abe, Nakatomi, Ōtomo und Mononobe auf. Auch die Familie von Takamatsu Sensei besaß eine Abschrift, denn sie war mit der Familie Kuki verwandt.

Sein System gab Unryū an Ito Sukesada weiter, einen zu seiner Zeit berühmten Kampfkünstler. Ito war ein Samurai aus Fukushima im Dienst von Katakura Kojūrō. Er ergänzte Unryūs Lehre um hanbō 半棒, kenjutsu 剣術 und kodachi 小太刀.

Ein Bergasket in weißem Gewand mit Gebetskette und langem Stab unterweist auf einer Bergwiese über den Wolken einen jungen Samurai, der einen Speer auf ihn richtet.
Unryū, der Bergpriester

Takagi Oriemon Shigenobu

Ito lehrte die Techniken, aus denen später der Takagi-Yōshin-Ryū werden sollte, einen jungen Samurai aus Tōhoku-Shiroishi-Han in Oku: Takagi Oriemon Shigenobu. Er wurde am 2. April 1625 geboren und starb am 7. Oktober 1711. Mit gerade 20 Jahren erhielt er das menkyo kaiden 免許皆伝. Der Überlieferung nach ernannte ihn Kaiser Higashiyama am 15. August 1695 zum shihan 師範 der kaiserlichen Leibwache in sechs verschiedenen Kampfkünsten.

Was er bei Ito gelernt hatte, veränderte, verbesserte und erweiterte er. Er fasste es zu einer Schule zusammen und benannte sie nach sich selbst: Takagi-Yōshin-Ryū (高木楊心流).

Takagi trainierte verbissen, um besser zu werden, denn er wollte den Mord an seinem Vater rächen. Der Vater hatte ihm eine wertvolle Lehre hinterlassen: „Eine Weide ist flexibel, aber ein hoher Baum ist zerbrechlich.“

Ein junger Samurai steht im Sturm am Ufer eines Flusses und blickt auf eine Weide, die sich im Wind biegt, und daneben auf einen hohen Baum, dessen Stamm zersplittert ist.
Die Weide und der hohe Baum

Namen und Einflüsse

Im Lauf der Geschichte trug der Stil verschiedene Namen, darunter jū tai jutsu 柔体術, jūjutsu 柔術 und daken taijutsu 打拳体術. Stark beeinflusst haben ihn das jūjutsu des Takenouchi-Ryū und der Kukishin-Ryū.

Im 17. Jahrhundert traten zwei sōke 宗家 gegeneinander an: Takagi Gennoshin Hideshige vom Takagi-Yōshin-Ryū und Ōkuni Kihei Shigenobu vom Kukishin-Ryū. Aus dem Wettkampf wurde eine enge Freundschaft. Die beiden Systeme tauschten Wissen aus und wurden daraufhin neu geordnet.

Im August 1908 gab Mizuta Tadafusa Yoshitarō den Ryū an Takamatsu Toshitsugu weiter, im Mai 1959 ging er an Hatsumi Masaaki.

Sōke des Takagi-Yōshin-Ryū

  1. Takagi Oriemon Shigenobu
  2. Takagi Umanosuke Shigesada
  3. Takagi Gennoshin Hideshige
  4. Ōkuni Kihei Shigenobu Genroku
  5. Ōkuni Yakurō
  6. Ōkuni Tarōdayū
  7. Ōkuni Kihyōe
  8. Ōkuni Yozaemon
  9. Nakayama Jinnai
  10. Ōkuni Buzaemon
  11. Nakayama Kaemon
  12. Ōkuni Kamaji
  13. Yagi Ikugorō Hisayoshi
  14. Fujita Tōgorō
  15. Mizuta Tadafusa Yoshitarō
  16. Takamatsu Toshitsugu
  17. Hatsumi Masaaki