
Waffen
Eiserne Dornen, Hakenspeere, Blasrohre, hölzerne Kanonen – für einen Ninja war jede Waffe ein Werkzeug. Eine Auswahl aus seinem Arsenal.
- Kapitel
- 4, Waffen & Werkzeuge
- Abschnitte
- 89
- Lesezeit
- 14 Min.
Manche Ninja sägten die Klinge ihres Schwerts einfach kürzer, um sich damit besser bewegen zu können. Für die Samurai, die ihren Schwertern besondere Achtung entgegenbrachten, war das ein ungeheurer Frevel. Für einen Ninja aber war eine Waffe nicht mehr als ein Werkzeug, um sein Ziel zu erreichen.
Das waffenlose taijutsu 体術 ergänzten die Ninja um einen großen Fundus an Waffen. Sie passten sich schnell an neue Gegebenheiten an und verbesserten oder veränderten ihre Waffen, bis sie nützlicher waren. Den Nutzen von Schusswaffen erkannten sie früh, lange bevor sich die ersten Daimyō überwinden konnten, sie einzusetzen.
Die folgende Auswahl stellt Waffen vor, die Ninja gern einsetzten. Sie ist klein und keineswegs vollständig.
Aikuchi
Der aikuchi 匕首 ist ein kleiner Dolch, der dem tantō 短刀 stark ähnelt. Getragen wurde er im obi 帯.
Ashi kō
Das Gegenstück zum shukō 手鉤 ist das ashi kō: ein ähnliches Gerät wie an der Hand, nur unter dem Fuß des Ninja befestigt. Ein Tritt richtete damit schlimmere Verletzungen an, und das Klettern fiel weitaus leichter.
Bakuhatsu gama
Am Ende der bakuhatsu gama befestigte der Ninja Sprengstoff, Gift oder Blendpulver. Das schleuderte er dem Angreifer ins Gesicht und griff ihn danach mit der Sichel an.
Bisentō
Die schwere Hellebarde bisentō 眉尖刀 kam aus China nach Japan. Sie war weitaus wuchtiger als die naginata 薙刀 und verlangte eine andere Kampfweise. In der Hand eines starken Kriegers war sie eine furchtbare Waffe.
Bō
Eine der einfachsten Waffen war wohl der Stab. Was heute als bō 棒 bekannt ist, heißt genau genommen roku shaku bō 六尺棒 und misst ungefähr 182 Zentimeter. Auf den ersten Blick wirkt er harmlos, doch in der Hand eines Meisters ist diese Allzweckwaffe tödlich. Mit ihm ließ sich stechen und schlagen, und auch gegen mehrere Gegner war er wirksam. Das machte ihn bei den Ninja beliebt.
Bō shuriken
Der bō shuriken 棒手裏剣 ist ein länglicher shuriken 手裏剣 in Messer- oder Pfeilform.
Bō ken
Das bō ken, auch bokken 木剣 oder bokutō 木刀, ist ein Übungsschwert aus schwerem Holz. Meist wog es sogar mehr als ein scharfes Schwert. Bekam der Schüler endlich sein daishō 大小, war das für ihn eine Erleichterung.
Bokken
Anderer Name für das bō ken; auch bokutō.
Bokutō
Anderer Name für das bō ken; auch bokken.
Chigiriki
Ein langer Stock mit einer Kette, an deren Ende ein Eisengewicht hängt. Bauern entwickelten den chigiriki 乳切木 ursprünglich aus dem Dreschflegel, um sich gegen Angreifer zu verteidigen.
Daisharin
Das daisharin 大車輪 bestand aus zwei Rädern, die eine Achse verband. Die Ninja rissen damit gern größere Gruppen von Angreifern von den Beinen oder setzten es als verbesserten Stab ein.
Daishō
Daishō („groß-klein“
) heißt das Schwertpaar der Samurai aus katana 刀 und wakizashi 脇差. Eigentlich durften nur Samurai zwei Schwerter tragen. Einen Ninja kümmerte das nicht: Als Nicht-Adliger durfte er meist ohnehin keine Waffen tragen.
Daitō
Das daitō 大刀 „großes Schwert“
ist ein Schwert mit besonders langer Klinge, zwischen 60 und 180 Zentimetern.
Eiku
Das Bootsruder eiku ist eigentlich eine Waffe aus Okinawa. War ein Ninja als Fischer getarnt, konnte er sich damit gut verteidigen.
Endoku ken
Manche Wurfsterne setzten giftigen Rauch frei, wenn man sie anzündete. Mit diesen endoku ken zwangen die Ninja verborgene Feinde, sich zu zeigen.
Fukiya
Die Ninja setzten das Blasrohr fukiya 吹き矢 gern ein, weil es einen Feind leise tötete. Die Bolzen waren vergiftet und erstickten jeden Schrei. Als Flöte getarnt, ließ sich das Blasrohr ungehindert mit sich tragen.
Fukumi bari
Die fukumi bari 含み針 waren kleine Pfeile, die der Ninja einem Angreifer ins Gesicht spuckte.
Futokoro teppō
Die Taschenpistole futokoro teppō 懐鉄砲 war klein und leicht zu verbergen, deshalb setzten die Ninja sie gern ein. Manchmal steckten sie ein Bajonett auf die Waffe.
Hanbō
Nur 91 Zentimeter lang und doch eine wirksame Waffe: der hanbō 半棒 „halber Stab“
. Genau genommen heißt er san shaku bō 三尺棒.
Hankyū
Der Bogen der Ninja, der hankyū 半弓, war weitaus kürzer als der Bogen der Samurai. So ließ er sich leichter transportieren und verstecken. Die geringere Reichweite störte meist nicht: Ninja mussten selten weit entfernte Ziele auf dem Schlachtfeld treffen, ihre Ziele lagen meist nah.
An den Pfeilen befestigten sie gern Spreng- oder Brandstoffe, zumal in Japan fast alle Gebäude aus Holz waren. Mit besonderen Pfeilen ließen sich auch Seile durchtrennen oder ein Heulton erzeugen, der die Feinde in Angst und Schrecken versetzte.
Hira shuriken
Der hira shuriken 平手裏剣 ist ein flaches, sternförmiges Wurfgeschoss.
Hishi
Getrocknete Wasserkastanien, hishi 菱, erfüllten den gleichen Zweck wie die tetsubishi 鉄菱, waren aber leichter zu bekommen. Verdacht erregten sie auch nicht, denn in bäuerlichen Gegenden war diese Pflanze ganz alltäglich.
Iga dama
Die iga dama ließen sich wie die tetsubishi einsetzen, man konnte sie aber auch auf Feinde werfen. Ninja versteckten sie gern überall in ihrem Haus, um sich gegen Angreifer wehren zu können.
Jirai
Jirai 地雷 ist ein anderer Name für uzume bi.
Jō
Der Wanderstab jō 杖 war eine verkürzte Form des roku shaku bō. Er reichte bis zur Hüfte oder zum Bauch und ließ sich ähnlich einsetzen wie der lange Stab. Genau genommen heißt er yon shaku bō 四尺棒.
Jutte
Die jutte 十手 ist eine Handwaffe mit einem Haken, mit dem sich ein Schwertangriff abfangen ließ.
Kagi yari
Den Hakenspeer kagi yari 鈎槍, auch kama yari 鎌槍, nutzten die Ninja der Togakure-Ryū (戸隠流) und der Kumogakure-Ryū (雲隠流) häufig. Mit ihm gelangten sie auf Bäume, über Mauern oder auf Schiffe, sogar von Baum zu Baum. Von einem erhöhten, verborgenen Posten aus konnten sie ein Opfer mit dem Haken packen und in die Höhe ziehen. Der Speer taugte außerdem zum Fischen, zum Aufbrechen von Türen und zum Tragen von Gepäck.
Kama
Die kama 鎌 ist eine Sichel mit kurzem Griff. In Asien schnitt man damit Reis, Korn oder Zuckerrohr.
Kama yari
Anderer Name für den kagi yari.
Kanzashi
Die kanzashi 簪 ist eine Haarnadel in Gabelform. Die kunoichi くノ一 setzten sie oft als Waffe ein.
Katana
Die katana ist das Langschwert der Samurai, mit gekrümmter Klinge von 61 bis 76 Zentimetern Länge. Geschmiedet wurde sie in einem aufwändigen Verfahren aus Stahl unterschiedlicher Härtegrade. Sie gilt als die beste Schwertwaffe der Welt.
Kōgai
Der kōgai 笄 ist eine Schwert- oder Haarnadel. Die Schwertnadel war eigentlich ein Werkzeug und steckte an der Seite des saya 鞘. Sie ließ sich aber auch werfen oder als Stichwaffe einsetzen.
Kongō
Der kongō 金剛, Sanskrit vajra, ist ein Zepter, das den Diamanten symbolisiert. Esoterische Sekten benutzten ihn, er diente aber auch als Schlagwaffe.
Kubotan
Der kubotan クボタン, auch yawara 柔, ist eine Schlagwaffe in Form eines Zylinders. Er eignet sich für Haltegriffe und um Druck auf Gelenke auszuüben. Im Gebrauch ähnelt er dem kongō.
Kusari fundō
Die Kette kusari fundō 鎖分銅, auch manriki gusari 万力鎖, war eine nützliche Waffe. Sie ließ sich leicht verbergen und eignete sich sogar, um Schwerthiebe abzufangen und Gegner zu fesseln, zu würgen oder von den Beinen zu reißen.
Kusarigama
Die kusarigama 鎖鎌 war eine beliebte Waffe. An einer Reissichel hing eine ein bis zwei Meter lange Kette mit einem Gewicht am Ende. Griff jemand einen Ninja an, schleuderte dieser das Gewicht um die Klinge des Angreifers und zwang ihn so, die Waffe zu senken. Dann griff er mit der Sichel an.
Ku shaku bō
Der ku shaku bō 九尺棒 ist ein Stock mit Überlänge: 270 Zentimeter.
Kyoketsu shōge
Die wahrscheinlich beliebteste Waffe der Ninja war die kyoketsu shōge 距跋渉毛: ein Messer mit einem Haken, am Griff ein 18 Fuß (rund 5,49 Meter) langes Seil und an dessen Ende ein Stahlring. Das Seil war oft aus Frauenhaar gefertigt, denn Haar ist besonders widerstandsfähig.
Mit dieser Waffe konnte der Ninja die Waffe des Gegners unter Kontrolle bringen, mit dem Messer angreifen, mit dem Haken einen Schwertstreich abblocken oder den Feind von den Füßen reißen. Mit dem Seil konnte er klettern und fesseln. Am Stahlring ließen sich auch Feuerwerkskörper befestigen, um den Feind zu blenden.
Kyū
Anderer Name für den yumi 弓.
Mamukigama
Bei der mamukigama hing ein giftiges Tier, etwa eine Schlange, am Ende des Seils. Der Ninja schleuderte es dem Feind entgegen und erleichterte sich damit den Kampf enorm: Das Tier beschäftigte den Gegner und tötete ihn vielleicht sogar.
Manriki gusari
Auch kusari fundō. Der Name manriki gusari bedeutet „eine Kette mit der Kraft von 10.000“
. Die Kette ist 40 bis 400 Zentimeter lang und trägt an den Enden Gewichte. Masaki Toshimitsu, ein Torwächter in Edo, entwickelte sie im 18. Jahrhundert als Abwehrwaffe gegen Schwerter.
Metsubushi
Wurde ein Ninja entdeckt, war er meist in der Unterzahl. Um trotzdem sicher zu entkommen, nahm er den Feinden mit Blendpulver, metsubushi 目潰し, die Sicht. Das Pulver bewahrte er in Eier- oder Nussschalen auf. Es bestand aus Chemikalien, Asche, Sand, Eisenspänen, Pfeffer oder Nesselhaaren und konnte den Feind kurz blenden oder sein Augenlicht für immer zerstören.
Nage teppō
Die Sprenggranaten nage teppō warf man mit der Hand oder mit Schleudern auf den Feind. Sie funktionierten nach demselben Prinzip wie eine heutige Handgranate.
Naginata
Die Schwertlanze naginata war eine Waffe der sōhei 僧兵 und die bevorzugte Waffe der Samurai-Frauen. Es gab sie in verschiedenen Ausführungen, etwa als nagamaki 長巻; sie unterschieden sich im Verhältnis von Klinge zu Griff, in der Länge und in der Klingenstärke. Gegen berittene Krieger war sie besonders wirksam: lang wie ein Speer und scharf genug, um Gliedmaßen abzutrennen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwendeten sie überwiegend Frauen im naginatadō 薙刀道.
Nagishi shuriken
Die nagishi shuriken, auch bō shuriken, sind pfeilförmige Wurfgeschosse. Eine Quaste am Ende stabilisiert ihren Flug.
Neko te
Die kunoichi trugen manchmal auf jedem Finger eine neko te 猫手 „Katzenkralle“
. Damit konnten sie einem Angreifer schreckliche Wunden ins Gesicht reißen.
Ninja tō
Das Kurzschwert ninja tō 忍者刀, auch ninja ken oder shinobi katana 忍び刀, war ein wichtiges Werkzeug der Ninja. Hübsch oder wertvoll wie das tachi 太刀 oder die katana der Samurai war es nicht, dafür nützlich. Seine Klinge war deutlich kürzer als bei katana und tachi, so konnte sich der Ninja besser bewegen und es im Nahkampf einsetzen. Manchmal war die Klinge gerade, manchmal war das Schwert nur eine gekürzte katana.
Die tsuba 鍔 war nicht mit Ornamenten verziert, sondern meist größer, aus einfachem Stahl und oft eckig. So diente sie als Kletterhilfe. Getragen wurde das Schwert an der Seite, nur selten, etwa beim Klettern, über dem Rücken oder dem Bauch. Im Griff waren oft Gifte, Heilmittel oder Chemikalien verborgen, und das saya ließ sich als Blasrohr oder Atemrohr verwenden.
Ninja ken
Anderer Name für das ninja tō; auch shinobi katana.
Nodachi
Die nodachi 野太刀 sind überlange Schwerter der Samurai mit Klingen von 100 bis 180 Zentimetern. Getragen wurden sie auf dem Rücken oder von einem Diener.
Nuntebō
Der nuntebō ist ein Fischerspeer: ein Werkzeug der Fischer, das sich auch als Waffe einsetzen ließ.
Ōgama
Die ōgama 大鎌 war die Version der kusarigama für das Schlachtfeld. Ihre Kette war stark genug, um Pferde von den Beinen zu reißen, und die Sichel durchbohrte oder durchschnitt Rüstungen mit Leichtigkeit.
Ono
Die schwere Kriegsaxt ono 斧 kam nach dem Fall der Tang-Dynastie aus China nach Japan. Mit ihr zerschmetterte man Burgtore, schlug Krieger von den Pferden oder machte jeden Angriff mit einer schwächeren Waffe zunichte.
Ōzutsu
Nach der Überlieferung der Togakure-Ryū setzten ihre Ninja schon früh hölzerne Kanonen ein, um größere Schlachten zu gewinnen. Gegen größere Reiterverbände oder Burgtore war die ōzutsu 大筒 wirksam.
Ono gama
Die ono gama verbindet eine schwere Kriegsaxt mit einer kama. Sōhei und Ninja setzten sie ein.
Roku shaku bō
Ein shaku 尺 entsprach 30,3 Zentimetern, roku bedeutet sechs. Roku shaku bō ist die genaue Bezeichnung für den bō.
San shaku bō
Drei (san) shaku zu je 30,3 Zentimetern: die genaue Bezeichnung für den hanbō.
Senban shaken
Senban shaken heißt ein shuriken mit einem Loch in der Mitte.
Shaken
Der shaken 車剣 ist ein shuriken mit mehreren Zacken.
Shakuhachi
Die shakuhachi 尺八 ist eine Bambusflöte mit fünf Grifflöchern. Ihr Name nennt ihre Länge: ein shaku und acht (hachi) sun, rund 54,5 Zentimeter. Der komusō 虚無僧 benutzte sie. Ninja tarnten ihr Blasrohr gern als shakuhachi.
Shakujō
Verkleidete sich ein Ninja als Mönch, benutzte er gern den Priesterstab shakujō 錫杖. Am Ende des Stabs hängen Ringe. Mit ihrem Klang vertrieb der Mönch Kriechtiere vom Weg, damit er nicht aus Versehen ein Tier zertrat und das Gebot des Nichttötens einhalten konnte.
Shikomizue
Auf Wanderschaft konnte ein Ninja nicht immer offen ein Schwert tragen. Das shikomizue 仕込み杖 war ein in einem Stock verborgenes Schwert. Von außen sah es aus wie ein gewöhnlicher Stab, doch das ließ sich schnell ändern.
Shinobi shobō
Der shinobi shobō ist ein Vorläufer des heutigen Schlagrings und funktioniert genauso: Der Mittelfinger steckt in einem Stahlring, der Rest der Waffe liegt verborgen in der Faust.
Shinobi katana
Anderer Name für das ninja tō; auch ninja ken.
Shinobi kai
Anderer Name für den shinobi zue 忍び杖.
Shinobi tantō
Wie die Samurai benutzten auch die Ninja tantō, meist aber getarnt oder in der Kleidung verborgen. Das shinobi tantō 忍び短刀 war ähnlich wie das shikomizue als kurzer Stock getarnt.
Shinobi zue
Auch shinobi kai. Im japanischen Mittelalter galt es als alltäglich, einen Stab zu tragen; jeder hatte beim Wandern einen dabei. Deshalb setzten die Ninja gern Stäbe und Stöcke ein – nur waren ihre verändert. Meist waren sie hohl, und im Inneren steckten Messer, Gifte, Blendpulver oder Ketten mit Gewichten.
Wurde ein Ninja angegriffen, öffnete er blitzschnell den Deckel des Stabs. Eine Eisenkugel an einer Kette flog heraus, und er riss den Feind damit von den Füßen. Oder er schleuderte ihm Gift, Blendpulver oder andere Waffen entgegen. So wurde aus einem gewöhnlichen Wanderstab im Handumdrehen ein Speer, eine Giftspritze oder ein Morgenstern.
Shukō
Der shukō, auch tekagi 手鉤, ist eine furchtbare Waffe. An einer Art Lederarmring saßen spitze Eisenzacken, die die Hand des Ninja in eine Tigerkralle verwandelten. Die Zacken rissen schreckliche Wunden ins Gesicht eines Angreifers. Mit dem shukō konnte ein Ninja auch „Schwerter nehmen“
, also einen Schwertschlag stoppen, und an Mauern oder Bäumen leichter hinaufklettern. Das Gegenstück für die Füße hieß ashi kō.
Shuriken
Die bekanntesten Waffen der Ninja waren die Wurfklingen: als hira shuriken in Sternform oder als bō shuriken in Dolchform. Jede Form verlangte ihre eigene Wurftechnik. Die Klingen ließen sich vergiften und auch im Nahkampf einsetzen.
Der typische Wurfstern der Togakure-Ryū war der senban shaken. Er hatte vier Spitzen, sah aus wie ein Diamant und hatte in der Mitte ein Loch. Seine Seiten waren scharf geschliffen. Er war so dünn und leicht, dass man immer neun zusammen in der Innentasche tragen konnte.
Sodezutsu
Der kleinere Bruder der ōzutsu war die sodezutsu 袖筒. Diese Kanone ließ sich aus der Hand abfeuern und war ein Vorläufer der Gewehre.
Tachi
Das tachi ist ein altes Langschwert mit einer 61 bis 76 Zentimeter langen Klinge. Am Griff war es meist stärker gebogen als die katana. Man trug es waagerecht vor dem Körper am Gürtel, mit der Schneide nach unten; die katana dagegen steckte mit der Schneide nach oben im Gürtel. Anfangs war das tachi ein Schlachtschwert, später diente es meist nur noch zu zeremoniellen Anlässen.
Tanegashima
Die tanegashima 種子島, auch teppō 鉄砲, war eine Arkebuse. Die Portugiesen brachten diese Waffe nach Japan, und die Ninja erkannten wahrscheinlich als Erste ihren Nutzen. Lange bevor sie in Schlachten zum Einsatz kam, sollen Ninja sie bei Attentaten verwendet haben.
Tantō
Das tantō ist ein Dolch mit einer Klinge von weniger als 30 Zentimetern. Viele Menschen der verschiedensten Stände setzten es als Verteidigungswaffe ein.
Tekagi
Anderer Name für den shukō.
Tekkō
Der tekkō 鉄甲 ist ein Schlagring, in Aussehen und Funktion genau wie ein moderner.
Teppō
Anderer Name für die tanegashima.
Tessen
Der Kriegsfächer tessen 鉄扇 war beliebt, weil er auf den ersten Blick nicht wie eine Waffe aussah. Seine äußeren Teile waren aus Stahl; manchmal war er gar kein Fächer mehr, sondern nur noch ein Stück Stahl in Fächerform. Mit ihm ließen sich dem Gegner Schmerzen an den Gelenken zufügen, oder man kontrollierte ihn damit.
Tetsubishi
Wurde ein Ninja verfolgt, streute er eine Handvoll dieser eisernen Dornen auf den Boden. In Japan trug man Strohsandalen, und auf die Dornen zu treten, war höchst schmerzhaft. Die Verfolgung war damit zu Ende. Das Geniale an den tetsubishi: Wie man sie auch warf, immer ragte ein Dorn nach oben. In der Natur kommen sie auch vor, als hishi.
Tetsubō
Waffen wie den tetsubō 鉄棒 gab es wohl auf der ganzen Welt; sie zählen zu den primitivsten. An einer Keule saßen Stahldornen, die ihre Wirkung erhöhten.
Tōami
Mit dem Netz tōami 投網 wehrten sich die Ninja gegen eine Vielzahl von Angreifern. In den Fischerdörfern war es ein alltägliches Werkzeug und fiel kaum auf. Es ließ sich auch in Wäldern oder Gängen als Falle aufbauen.
Tonki
Anderer Name für shuriken.
Torinawa
Der torinawa 捕り縄 ist ein spitzer Schaft an einer Kette oder Schnur, mit einem Gewicht am Ende.
Tori no ko
Die tori no ko 鳥の子 sind Feuerwerkskörper, die früh aus China kamen. Sie dienten nur zum Ablenken und Verwirren. Später, nach Einführung des Schwarzpulvers, stellte man auch Sprengstoffe her.
Uzume bi
Die Landminen uzume bi, auch jirai, vergrub man dicht unter der Erde. Trat ein Feind auf den Kasten, setzte er den Zündmechanismus in Gang und wurde durch die Explosion getötet oder schwer verwundet.
Wakizashi
Das wakizashi („Begleiter des Gürtels“
) ist ein kurzes Schwert, das seinem größeren Abbild, der katana, glich. Zusammen mit der katana bildete es das daishō.
Wakizashi teppō
Im Inneren eines traditionellen Kurzschwerts verbarg das wakizashi teppō eine Pistole, die einen Schuss abfeuern konnte.
Yon shaku bō
Vier (yon) shaku zu je 30,3 Zentimetern: die genaue Bezeichnung für den jō.
Yari
Japanische Speere, yari 槍, waren zum Stechen gemacht und wurden kaum je geworfen. Mit ihrer kleinen Spitze trafen sie leicht zwischen die Platten einer Samurai-Rüstung. Die Spitzen waren meist zwei- oder dreiseitig, der Speer meist 200 bis 350 Zentimeter lang. Oda Nobunaga setzte zum Teil 640 Zentimeter lange yari ein, um seine Soldaten mit teppō gegen die Reiterei zu schützen.
Die Ninja nutzten den yari oft, um im Hochsprung über Mauern oder Menschen zu setzen.
Yawara
Anderer Name für den kubotan.
Yumi
Auch kyū. Der Bogen heißt yumi, der Pfeil ya 矢. Der japanische Bogen wurde aus mehreren Lagen Holz oder Bambus gefertigt und ist ungefähr 220 Zentimeter lang. Er gehört zu den wenigen Bogen weltweit mit asymmetrischer Form: Der Pfeil liegt im unteren Drittel auf.